Aktuelles

08/08/2018

Künstliche Intelligenz: Pierre Fabre startet die 2. AI Health Challenge

Das Bewerbungsverfahren für die von der Pierre Fabre Group organisierte 2. AI Health Challenge läuft. Diese neue Challenge wird am 4. und 5. Juli in Castres (Tarn, Frankreich) im Rahmen der 12. Ausgabe der e-Health Summer University stattfinden, dem alljährlichen Treffen für das internationale Ökosystem der vernetzten Gesundheitsfürsorge.

Die Challenge wird sich wieder einmal auf das Thema Hautkrebs konzentrieren, einem Kernanliegen der Pierre Fabre Group. Laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC, International Agency for Research on Cancer), einer Spezialeinrichtung der Weltgesundheitsorganisation, werden jedes Jahr 232 000 Fälle bösartiger Melanome und 55 000 dadurch verursachter Todesfälle gemeldet. Die Pierre Fabre Group hat die Prävention und Behandlung von Melanomen zu einer Priorität für ihre Entwicklung erklärt, die sich auf ihr Fachwissen in Sachen Dermokosmetika (Vorsorge durch Lichtschutzprodukte), medizinische Dermatologie (Behandlung präkanzeröser Läsionen wie aktinische Keratose) und Onko-Dermatologie (Erforschung und Entwicklung von Behandlungen für schwere Melanome) stützt. 

Von der Früherkennung zur Hautkrebsvorsorge

Im vergangenen November stand bei der 1. AI Health Challenge die Früherkennung von Melanomen mittels Dermatoskopieaufnahmen von Leberflecken im Fokus. Für die zweite Ausgabe hat Pierre Fabre entschieden, dass die Teams der Challenge an einem Projekt für einen neuen algorithmischen Ansatz zur Bewertung von Sonnenbränden arbeiten werden. Das innerhalb der Gruppe durch die klinischen F+E-Teams von Pierre Fabre Dermo-Cosmetics unterstützte Projekt zielt auf die Verbesserung der existierenden Methoden zur Bestimmung von Sonnenschutzfaktoren und somit die Optimierung der Effizienz zukünftiger Lichtschutzmittel ab, um durch Sonneneinwirkung bedingte Krebserkrankungen besser zu verhindern [1].

Digitale Agilität, Partnerschaftsansatz und Campus-Geist

Pierre Fabre plant, um die 40 Data Scientists für diesen zweiten Hackathon im Dienste der Gesundheit zu empfangen, der in den Räumlichkeiten der Ingenieurschule ISIS (Informatique et Systèmes d‘information pour la Santé, Informatik und Informationssysteme für die Gesundheit) auf dem Campus der Universität Castres ausgetragen wird. Die Challenge wird digitale Agilität mit Campus-Geist kombinieren und zwei Start-ups honorieren. Nach 24 intensiven Stunden können sie ihr Projekt einem Gremium vorstellen, das aus Experten von Pierre Fabre, Microsoft France sowie vom für Pierre Fabre tätigen mittelständischen Data Science-Serviceanbieter Keyrus Life Science besteht.

Das beste Team erhält einen mit 5.000 € dotierten Preis, während dem zweitbesten Team ein Preisgeld von 2.000 € winkt. Zudem werden auch alle interessierten Start-ups die Möglichkeit haben, vom Support des Beschleunigungsprogramms „Inception“ zu profitieren, das von einem anderen wichtigen Partner angeboten wird: NVIDIA, eins der führenden Unternehmen für künstliche Intelligenz. Das Programm NVIDIA Inception Incubation wird die Teilnehmer bei der Entwicklung unterstützen und ihnen die Beschleunigung ihrer KI-Lösung durch die neuesten GPU-Plattformen und NVIDIA-Technologien für Deep Learning bzw. tiefes Lernen ermöglichen.

Zur Organisation der 2. AI Health Challenge hat Pierre Fabre den anregenden Rahmen der e-Health Summer University gewählt. Das ist eine wichtige Veranstaltung, die von der Technopolis Castres-Mazamet ausgerichtet wird, mit der das Unternehmen eine langjährige Partnerschaft verbindet. Obwohl die technische Plattform nicht unbedingt genutzt werden muss, hat Pierre Fabre auch die Partnerschaft mit Microsoft erneuert, sodass Teilnehmern eine optimale Arbeitsumgebung zum Ausführen von Algorithmen geboten wird: die Azure Cloud mit NVIDIAs leistungsfähigsten Grafikprozessoren (GPU, Graphics Processing Unit). Während des Hackathons stehen den Teams Data Scientists von Pierre Fabre, Microsoft und Keyrus Life Science als Coaches zur Seite. Pierre Fabre betont, dass die richtigen Fähigkeiten und die Qualität der Partnerschaften gegeben sein müssen, um brauchbare Lösungen zu erreichen.

„Diese Challenge wird globales Sourcing erschließen“

Thierry Picard, Chief Digital Officer, Pierre Fabre Pharmaceuticals

Zusätzlich zu den beiden Challenges, die das Unternehmen alljährlich organisieren möchte, hat Pierre Fabre KI zu einem zentralen Thema bei der Digitalstrategieentwicklung erkoren. „Wir denken, dass KI eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen spielen kann, und zwar nicht erst in der Zukunft, sondern jetzt schon, insbesondere bei Vorsorge- und Beobachtungstechnologien“, versichert Thierry Picard, Chief Digital Officer, Pierre Fabre Pharmaceuticals.

Hauptziel ist, das digitale Ökosystem so weit wie möglich zu nutzen, um schneller Fortschritte bei KI-Projekten zu erzielen. „Wir streben an, Partner zu referenzieren, die KI zum angemessenen Preis erschaffen können“, führt er aus. „Diese Challenge wird uns ein globales Sourcing ermöglichen, damit unsere Teams und die Gewinnerfirmen an realen Forschungsprojekten für Fachkräfte im Gesundheitswesen und Patienten arbeiten können, da diesen unsere Hauptsorge gilt.“

„Wir teilen die Geschichte und regionale Verbundenheit mit Pierre Fabre“

Virginia Doan, Direktorin der die e-Health Summer University ausrichtenden Technopolis Castres-Mazamet

Die von der Technopolis Castres-Mazamet organisierte e-Health Summer University hat sich mit ihrem bereichsübergreifenden Ansatz einen Namen unter digitalen Stakeholdern gemacht und internationales Renommee erworben. 2017 haben neunhundert Interessensvertreter und Entscheidungsträger aus dem Bereich technologische Innovation an diesem Event teilgenommen. Virginia Doan, Direktorin der Technopolis Castres-Mazamet, rechnet mit einer Wiederholung dieses Erfolgs für die 12. Ausgabe, die am 3., 4. und 5. Juli 2018 in Castres (Tarn) unter dem Motto „Künstliche Intelligenz“ stattfinden wird. Und damit ist eine künstliche Intelligenz gemeint, die nicht nur Brücken schlägt und Bereiche verbindet, sondern auch auf die heutige und zukünftige Nutzung ausgerichtet ist. Auf der Agenda stehen Diskussionsrunden, TV-Spots, Vorführungen, Networking, Preisverleihungen und vieles mehr. Die Fähigkeit der e-Health Summer University, sich immer neu zu erfinden, stimuliert diese Veranstaltung, die mit ihren Partnern und insbesondere dem Unternehmen Pierre Fabre, das die e-Health Awards seit 2013 sponsert, ständig für Innovationen sorgt. „Diese Veranstaltung ist wegweisend und wir haben bereits 153 Bewerbungen im Zusammenhang mit innovativen Projekten erhalten (ein Anstieg um 25 %), ein Viertel davon aus dem Ausland“, erklärt Doan. Die Win-Win-Partnerschaft mit dem Labor kam vor drei Jahren durch die Organisation eines ersten Hackathons zustande, dann einer Chatbot Challenge und dieses Jahr einer AI Health Challenge, um ein anderes Publikum anzusprechen und neue Projekt anzustoßen. „Wir teilen die Geschichte und regionale Verbundenheit mit Pierre Fabre. Das Unternehmen hat uns bei der Organisation der Konferenzen unterstützt, uns Zugang zu seinem Expertennetzwerk verschafft und die übergreifende Event-Kommunikation in die Wege geleitet“, berichtet sie weiterhin. „Dieses Jahr umfasst diese weit reichende Partnerschaft auch die Durchführung zweier Konferenzen über die „Verwendungen in der Gesundheits-Blockchain“ und die „Sicherheit und Nutzererfahrung bei e-Health Services“. Die Division Pierre Fabre Dermo-Cosmetics wird auch ihre Initiative Dermaweb vorstellen. Eine andere Besonderheit der 2018er Ausgabe ist, dass die e-Health Summer University an drei außergewöhnlichen Orten in der Stadt Castres stattfinden wird, um „eine neue Erfahrung der digitalen Technologien und der Gesundheitsfürsorge“ zu bieten. „Am ersten Tag werden wir auf einem Klinikgelände in der Nähe von Patienten und medizinischen Fachkräften sein und unsere Eröffnungskonferenz über die Ethik von e-Health-Technologien wird abends im Innenhof des Rathauses abgehalten. Der traditionelle Fokus der Veranstaltung wird insbesondere mit der Pierre Fabre AI Health Challenge in der Ingenieurschule ISIS liegen, einem Ideenlabor für digitale Technologien“, betont Virginia Doan.

„Wir haben ein neues Stadium in unserer Partnerschaft mit Pierre Fabre erreicht“

Gabriel Julien, Keyrus Sales Director

Keyrus Life Science, eine Tochtergesellschaft der auf vorklinische Entwicklung und klinische Forschung spezialisierten Gruppe Keyrus, ist eines der vielen Auftragsforschungsinstitute, die gebührend und umfassend von der Pierre Fabre Group (R&D Purchases, R&D OSS usw.) referenziert wurden. Die Firma wird dieses Jahr zum ersten Mal an der e-Health Summer University teilnehmen und ihre Kompetenzen in Data Science in die AI Health Challenge einbringen. Genauer gesagt werden die auf Medizin spezialisierten Keyrus Data Scientists bei der Vorbereitung und Bereitstellung der Datensätze helfen, die den Start-ups von Pierre Fabre zur Verfügung gestellt werden, und die Teams coachen, damit sie die Arbeit auch innerhalb der zugedachten Zeit abschließen können. „Nachdem wir drei Jahre lang eine Kunden-/Lieferantenbeziehung gepflegt haben, war es an der Zeit, als Teil der e-Health Summer University, die für uns auch ein strategischer Kommunikationskanal ist, eine neue Phase unserer Partnerschaft mit Pierre Fabre einzuläuten“, erklärt Gabriel Julien, Sales Director, der überzeugt ist, dass das Unternehmen aufgrund seines Know-hows einen Beitrag zum KI-Ökosystem leisten kann. „Unsere Aufgabe ist, entscheidungsfindende IT-Systeme zur Datenverarbeitung für alle betrieblichen Funktionen bereitzustellen (Personalwesen, Finanzen, Vertrieb, Marketing, Geschäftsführung usw.)“, führt er aus. „Unsere Kunden aus den Sektoren Einzel- bzw. Internethandel, Vertrieb und Gesundheitsfürsorge fragen jetzt zunehmend nach Services für Data Science und Algorithmushandhabung." Die derzeit größte Herausforderung ist die Kombination von internen und externen Daten (von Partnern, vom statistischen Amt INSEE (Institut National de la Statistique et des Études Économiques), Wetterdaten usw.), um wertvolle Bereiche zu identifizieren, die eine Neuausrichtung des Unternehmens ermöglichen. Im Laufe der letzten 15 Jahre hat Keyrus seine Präsenz im Krankenhaussektor (Krankenhäuser und Universitätskliniken) sowie bei Aufsichtsbehörden (wie die regionale Gesundheitsagentur ARS (Agence Régionale de Santé), das Amt für Arznei-, Heil- und Hilfsmittelsicherheit ANSM (Agence Nationale de Securité du Médicament et des produits de santé) und MAP) ausgebaut und bei der Entwicklung ihrer entscheidungsfindenden Koordinationssysteme geholfen. Das Unternehmen steckt auch hinter dem eigenen Programm Keyrus Innovation Factory (KIF), das Start-ups bei einer Vielzahl von Anwendungen mit seinen Kunden in Verbindung setzt. Keyrus wurde 1996 gegründet und ist ein mittelständisches Unternehmen mit Firmensitz im französischen Levallois-Perret und ca. 3 000 Beschäftigten, die 2017 260 Millionen Euro umsetzten.

„Mit Pierre Fabre konzentrieren wir uns auf die Ausweitung des KI-Projekts auf die Gesundheitsfürsorge“

Antoine Denis, Health Marketing Development Manager, Microsoft France.

Für Antoine Denis, Health Marketing Development Manager bei Microsoft France, ist der Hackathon eine Gelegenheit, Zugang zu neuen Ideen und höchst innovativen Projekten im Gesundheitsbereich zu erhalten. Daraus hervorgegangen ist die Pierre Fabre-Partnerschaft mit der 1. AI Health Challenge, die während der 28. Ausgabe des Festival de Communication de Santé am 24. und 25. November in Deauville stattfand. Die Challenge bestand für die Teams darin, ein Melanom anhand von Dermatoskopieaufnahmen von Leberflecken zu erkennen. Zu diesem Zweck wurden sie von Experten des Herausgebers gecoacht und bearbeiteten unter Verwendung der Microsoft Azure Cloud-Plattform Tausende Aufnahmen. Für die 2. AI Health Challenge, die einen neuen algorithmischen Ansatz zur Bewertung von Sonnenbränden nutzt, wurde die Partnerschaft mit Microsoft erneuert. Das Ziel ist für Antoine Denis nach wie vor das gleiche: „Innovative Projekte fördern, um den Wandel der Gesundheitsfürsorge für alle Beteiligten zu unterstützen.“ Anders ausgedrückt, wie können wir die beste Behandlung zu geringsten Kosten und eine bessere Patientenzufriedenheit erreichen? Mit KI ist die Microsoft-Vision eines Arztes ein „erweiterter Doktor“. „Gegenwärtig konzentrieren wir uns mit Pierre Fabre auf die Ausweitung der Innovation auf die gesamte Gesundheitsfürsorgekette, was immer noch die komplexeste Phase für das KI-Projekt ist“, meint er abschließend.

 




[1] Quellen: Green AC, Williams GM, Logan V, Strutton GM. „Reduced melanoma after regular sunscreen use: randomized trial follow-up“. Journal of Clinical Oncology 2011; 29:257-63. 82. Ulrich C, Jürgensen JS, Degen A, Hackethal M

https://pdfs.semanticscholar.org/be7d/ecf9c7c6d2b1a24f87f3971bed98fbe84e86.pdf